Freienhofgasse

Die Freienhofgasse hiess früher Postgasse, da sich hinter einem der Laubenbögen beim Freienhof das damalige Post-Bureau sowie die Simmental-Postkutsche befand, die Touristen ins Bad Weissburg brachte. Die Post zügelte dann 1892 in das Bälliz. Die Freienhofgasse beginnt bei der Sinnebrücke und endet bei der Bahnhofbrücke, der ehemaligen Scherzligenbrücke, welche über den Maulbeerplatz zum heutigen Bahnhof führt.

Mayhaus oder «Haus zum Rosengarten»

Thun kam 1384 an die Stadt Bern. Es verlor dadurch seine wichtige politische und militärische Bedeutung. Es wurde nun zu einem Marktstädtchen mit blühendem Handwerk und ausgedehnten Handelsbeziehungen. Für diese Bedeutung als Handelsplatz spricht wohl der Umstand, dass die grössten Kaufleute Berns im Mittelalter, die von May, auf dem Rossgarten, dem heutigen Rosengarten, ein prächtiges Wohnhaus besassen. Der reizvolle Erkerturm wurde um 1570 von Hans Jakob May errichtet und ist im Inneren zum Teil mit Renaissancetäfer und allen Öfen ausgestattet. Das markante Haus mit seinem Erkturm ist beliebtes Sujet für Touristen und eines der meistfotografierten Objekte in der Innenstadt. Später wurden in diesem Haus unter anderem Pasteten und Krankenhauszwieback gebacken.
Dokumentation über das Mayhaus in der Zeitschrift «Die Berner Woche in Wort und Bild»

Der ursprüngliche Rossgarten diente den in Stallungen der Sust Freienhof untergebrachten Pferden und Maultieren als Weideland der das Gebiet der heutigen Freienhofgasse umfasste, die damals noch nicht gänzlich überbaut war. Der heutige schmeichelhaftigere Name «Rosengarten», der verleitet, sich an diesem Ort einen früheren Garten mit Rosen vorzustellen, führt daher ins kulturhistorische Abseits.

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