Sinnebrücke Thun

Lange Zeit war die Sinnebrücke (Sinnibrücke) der einzige Flussübergang in der Region Thun. Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts befanden sich die Schiffsländte und der Güterumschlagplatz vor dem Thuner Freienhof. Hier befand sich bis ins 19. Jahrhundert die Zollstelle für alle eintreffenden Waren. Seit dem Kanderdurchstich von 1713 führte der enge Ablauf des Thunersees immer wieder zu Hochwassern in der Stadt. 1

Um 1300 war die Aare die natürliche Grenze zwischen den damaligen Bistümern. Im linken Teil der Sinnebrücke befand man sich demnach im Bistum Lausanne, im Rechten bereits im Bistum Konstanz.

Es gelte als gesichert, dass bei der Stadtgründung Ende des 12. Jahrhunderts zwischen den beiden Stadtteilen eine Verbindung über die Aare vorhanden gewesen sei. «Auf der Westseite schuf man nämlich einen befestigten Brückenkopf, der vom Freienhof, Zeiningerspital, Löwen, Landhaus und Schleife umgeben war.» Zur Frutigenstrasse habe das erste Scherzlingertor geführt. Der Platz, der als Marktplatz, Volksversammlungsort, Militärsammelplatz und Schiffländte diente, «erhielt die Bezeichnung Sinniplatz, denn hier kontrollierte ein beeidigter Eichmeister, der Sinner, die Masse und Gewichte». Zudem habe bei der Sinni von allem ein-, aus- und durchgehenden Wein das Umgeld entrichtet werden müssen. Erstmals explizit schriftlich erwähnt wurde die Brücke, die jahrhundertelang der einzige Übergang über die Aare bis Bern gewesen sei, im Jahr 1376. Ein Schreiben von 1696 beweist, dass die Sinnebrücke früher durch ein Dach geschützt war. «Am 3. September 1721 riss die wegen der Kandereinleitung in den Thunersee hoch angeschwollene Aare die neue Sinnebrücke bis zum ersten Joch bei Oberherren (Engel) weg und unterfrass die dortigen Häuser» 2

Im Juli 1718 geriet ein Schiff, das eine Gruppe junger Leute transportierte, im Aarebecken in eine starke Strömung. Diese drückte es gegen einen Pfeiler der gedeckten Fussgängerbrücke weiter oben, die damals vom Freienhof auf die andere Flussseite führte. Das Schiff kenterte, 13 Menschen ertranken vor den Augen der Angehörigen, die sie auf der Sinnebrücke erwarteten. 3

1842 Neubau der Sinnebrücke und Errichtung des Aarequais zwischen Brücke und Pulverturm.

1867 Der Aarequai zwischen Sinnebrücke und Mühleplatz entsteht als Fortsetzung des 1842 gebauten östlichen Teilstücks.

1971 Neubau der Sinnebrücke

voraussichtlich 2024: Neubau der Sinnebrücke

  1. aus 750 Jahre Thuner Stadtrechte – Thuner Weg
  2. aus Thuner Tagblatt vom 6. April 1971
  3. Weiter Informationen zur früheren Bedeutung der Sinnebrücke in der Arbeit «Gebändigt und genutzt: Die Stadt Thun und das Wasser in den letzten 300 Jahren» (Kapitel 3) von Anne Bähler

 

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