Waffenplatz Thun

Am 20. August 1817 beschloss die aus Vertretern aller Kantone bestehende «Tagsatzung», die Regierung des Staatenbunds, ein eidgenössisches Militärreglement. Dieses zielte auf eine Vereinheitlichung der 33’000 Mann starken eidgenössischen Armee ab. Ein Jahr später wurde beschlossen, eine gemeinschaftliche Lehranstalt zu schaffen. Den Zuschlag erhielt die Stadt Thun, da die Thuner Allmend ideal als Artilleriewaffenplatz geeignet war und geografisch im Mittelpunkt der artillerieliefernden Kantone lag. So wurde im August 1819 die Zentral-Militärschule Thun eröffnet. 1841 kauft die Armee der Burgergemeinde Thun für 150’000 Franken die 505 «Jucharten» (zirka 180 Hektaren) grosse «Untere Allmend» ab. Heute ist der Waffenplatz Thun mit 6,5 Quadratkilometer der grösste der Schweiz. Rund 90 Prozent der Fläche dienen als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Von 1936 bis 1939 wird die Dufourkaserne erbaut, benannt nach Henri Dufour, der ab 1832 Kommandant der Thuner Militärschule war. Nach dem Bau der Kaserne nimmt die Armee die Ausbildung von Leichtpanzerfahrer auf. Während der Kriegsjahre umfasst die Schweizer Panzerarmee aber nur 28 Fahrzeuge. Thun verliert durch die «Reduit-Strategie» vorübergehend an Bedeutung. Die Armee zieht sich in die Berge zurück, und Oberbefehlshaber Henri Guisan bezieht den Kommandoposten nicht in Thun, sondern in der Villa Cranz in Interlaken. Ab 1987 beginnt in Thun die Ausbildung auf den deutschen «Leopard 2»-Panzern. Mit dem ELTAM (Elektronischer Taktiksimulator für Mechanische Verbände) wird 2003 der erste moderne Simulator in Thun eingerichtet. Für rund 28,3 Millionen Franken wurde von 2011 bis 2013 die Dufourkaserne unter Einbezug des Denkmalschutzes gesamtsaniert. Für die Zukunft will das VBS die militärische Nutzung auf zentralen Teilen der Kleinen Allmend einstellen und die zivile Nutzung möglich machen.

1819 bis 1870 diente das ehemalige Kornhaus im Bälliz vis-à-vis dem Waisenhaus als Kaserne

1864 Artillerie-Kaserne wird gebaut, die Mannschaftskaserne war auf eine Kapazität von 1162 Personen ausgelegt, Stallungen waren für 400 Pferde gebaut.

1915 Aufnahme des militärischen Flugbetriebes auf der Thuner Allmend sowie der Produktion eigener Flugzeuge.

1940 Die Dufourkaserne wird eingeweiht

Die zahlreichen Militärangehörigen, waren auch nicht unwesentlich daran Schuld, dass tausende von speziell gefertigte Militärpostkarten an die Lieben zuhause verschickt wurden.

Quellen: https://www.sieber-frauenfeld.ch/artillerie/geschichte-waffenplatz-thun/ , Oberländer Tagblatt, 16. August 1952, Jungfrauzeitung 19,08.2019, Diverse

 

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