Sternenplatz

Der Sternenplatz war über Jahrzehnten ein wichtiger Hotspot für Thun. Auf dem Platz befanden sich mehrere Restaurants sowie ein Hotel. Gegen Steffisburg führte die belebte Marktgasse, in Richtung Schwäbis die Schwäbisgasse, über die Kuhbrücke gelangte man ins Bälliz und via Gerberngasse auf den Rathausplatz. 1896 begann die Stadt Thun mit der Montage von 41 elektrischen Bogenlampen, eine davon auf dem Sternenplatz. Auf dem Platz befanden sich ausserdem eine markante Liftfasssäule, ein prächtiger Brunnen, sowie ein von der Bierbrauerei Feller gespendetes Pissoir.

Der «Sternen»

Der traditionsreiche, im spätbarocke Bau gestaltete Gasthof „Sternen“ gab dem Sternenplatz seinen Namen. Die Spieler des FC Thun, die damals noch beim nahegelegenen Grabenplatz trainierten, hatten dort ihre Stammbeiz. Nach einem Dachstockbrand 1913 wurde der Bau um ein Stockwerk erhöht. 1969 wurde der „Sternen“ zusammen mit der gesamten Häuserzeile an der Schwäbisgasse  inkl. Brauerei abgebrochen um dem zukünftigen Coop City Platz zu machen.

Der «Kleine Löwen»

Der «Kleine Löwen» (nicht zu verwechseln mit dem «Goldenen Löwen» an der alten Bahnhofstrasse) hatte einen interessanten Grundbucheintrag: «Wohnhaus mit Wirtschaft und Bäckerei im Plainpied» («de plain-pied» = auf gleichem Boden). Der «Kleine Löwen» war demnach amtlich verpflichtet, neben der Wirtschaft auch eine Bäckerei zu betreiben.

Der «Kleine Löwen» orientierte sich architektonsich nicht zur Marktgasse, sondern Richtung Südwesten, gegen die Schwäbisgasse. Er stand, wie auch das heutige Gebäude (Mc Arthurs Pub), vom Strassenraum zurückversetzt. Nicht seine Dimension oder seine Architektur selbst, sondern vielmehr seine Stellung zum Platz beim Viehmarkt und insbesondere der vorgelagerte freie Raum bewirkten, dass das Haus ein Blickfang war und jedermann auffallen musste.

Ein weiteres Opfer des wirtschaftlichen Druckes wurde auch für den «Kleinen Löwen» der zunehmende wirtschaftliche Druck zum Schicksal. Nachdem bereits das Pissoir den Verkehrsbedürfnissen zum Opfer fiel und auch der schöne Brunnen verlegt wurde, liess die Besitzerin, die Immobiliengesellschaft Löwen AG, das Gebäude im Jahre 1969 abbrechen.

Hotel Bären / Hotel de l’ours

Der 1700 erbaute Bären ist einer der ältesten Gasthöfe neben dem Freienhof und dem Weissen Kreuz und war über jahrhunderte bei Säumern und Fuhrleuten beliebt. Die Gäste des Bären konnten ihre Pferde in der Bärenscheune beim vis-à-vis gelegene Waaghaus unterbringen. Die Trinkervorsorge unter dem Frauenverein Thun führte von 1947-1968 im Bären ein alkoholfreies Restaurant. Heute befindet sich im ehemaligen «Bären» das Modehaus Bayard Co. Ltd. Das alte Wirtshausschild an der Fassade hängt dort immer noch.

Quellen: TT, 25.08.1987 Hansueli Graf, Chronologische Angaben, Broschüre 150 Jahre Gaswerk Thun, Mein liebes Thun von Markus Krebse, Diverse.

Abriss Sternen und Brauerei Thun 1969 – Amateurfilm von Heiri Egger

 

Standort Sternenplatz

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