Gerberkäse in Thun

Die Geschichte des Gerber-Käses ist eng mit Thun verbunden und zählt zu den bedeutendsten Kapiteln der lokalen Industriegeschichte. Das Unternehmen Gerber & Co. wurde 1836 im Emmental gegründet und verlegte seinen Sitz um die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Thun. Dort entwickelte sich die Firma vom Käsehandel zu einem innovativen Industriebetrieb.

Den entscheidenden Durchbruch erzielte Walter Gerber im Jahr 1911 in Thun: Gemeinsam mit Fritz Stettler entwickelte er ein Verfahren zur Herstellung von Schmelzkäse, der deutlich länger haltbar war als herkömmlicher Käse. Diese Erfindung gilt als Geburtsstunde der Schweizer Schmelzkäse-Industrie. Bereits 1914 wurde das Produkt an der Landesausstellung ausgezeichnet.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Gerberkäse AG zu einem wichtigen Arbeitgeber heran. Entlang der Allmendstrasse entstand ein markanter Fabrikkomplex, in dem bekannte Produkte wie die Gerber-Käsli und später der Frischkäse Gala hergestellt wurden. Der Name Gerber wurde zu einer festen Grösse in der Schweizer Lebensmittelindustrie.

Mit der Übernahme durch den Emmi-Konzern im Jahr 2002 endete die industrielle Ära schrittweise. Die Produktion wurde zwischen 2006 und 2010 von Thun nach Langnau verlagert, das Werk an der Allmendstrasse 2012 abgebrochen. Damit verschwand ein prägender Ort der Thuner Wirtschaftsgeschichte.

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